Deister-Leine Zeitung vom 24. September 2002

'Schießen ist fast wie Schachspielen'

Tag der offenen Tür im Schützenhaus an der Ritzenburger Höhe soll Vorurteile abbauen



01-Vorsitzender Rüdiger Gruhl und Schießsportleiter Guido Ramhorst überreichen Patrick Heine den Gäste-Pokal der Jugend.
Foto: Schaper

Barsinghausen (as).   Das Schützenhaus von Barsinghausen 01 war am Samstag für Jedermann geöffnet, der mehr über den Schießsport erfahren wollte. Die Schützen waren der Meinung, dass ein Tag der offenen Tür der beste Weg sei, um Vorurteile abzubauen und Neues kennen zu lernen.

'Die Leute denken häufig, dass wir hier nur ohne Sinn und Verstand rumballern. Schießen ist aber eine anspruchsvolle Sportart, die viel Übung erfordert', erklärte Schütze Karl-Heinz Witt. Die Faszination liege in der Ruhe und Konzentration, die man aufbringen müsse, um einen guten Schuss zu machen. Dieser Meinung ist auch Guido Bleidiestel. Er trainiert jeden Mittwoch im Schützenhaus an der Ritzenburger Höhe und sieht das Schießen als Konzentrationsübung. 'Man kann es fast mit Schach vergleichen.' Sobald er den Schießstand betrete, sei der Alltag vergessen und er widme sich ganz dem Sport.

Konzentration wird jedoch nicht nur aufgebracht, um einen guten Treffer auf der Zielscheibe zu landen - die Sicherheitsbestimmungen machen diese schlichtweg erforderlich. Auf dem Stand müssen genaue Abfolgen und Kommandos eingehalten werden, damit niemand gefährdet wird.

Dazu gehört zum Beispiel das richtige Ablegen der Waffe und des Magazins. Dass dieses Verhalten im Schützenhaus oberste Priorität hat, belegt die Unfallstatistik. Karl-Heinz Witt kann sich nicht erinnern, dass es jemals einen Unfall gab.

Diese positiven Erfahrungen wollten die Schützen auch ihren Besuchern vermitteln. Sie informierten ausführlich und mit sichtlicher Freude über die verschiedenen Waffenarten und gaben Kostproben ihres Könnens. Unter strenger Anleitung durften auch Laien zur Waffe greifen. Schützen hatten dafür ihre Privatwaffen zur Verfügung gestellt. Es fanden sich auch einige Nostalgieobjekte, die noch mit Schwarzpulver abgefeuert werden.

Doch im Schützenhaus wird nicht nur zum Spaß geschossen - in den letzten zwei Wochen fanden Wettbewerbe um den Fritz-Heine-Pokal, den Marmite-Pokal, den Jochen-von-Plotho-Pokal, den Jubiläumspokal der Damen und um die Tell-Trophäe statt.

Jeder Teilnehmer musste ein Startgeld von drei Euro bezahlen, die wiederum in Tombolapreise investiert wurden. An dieser Tombola konnten auch die Besucher am Sonnabend teilnehmen. Letztendlich gab es jedoch so viele Preise, dass keiner der Schützen leer ausgehen musste.

Einen besonderen Preis hatte der niedersächsische Finanzminister Heinrich Aller ausgesetzt, nachdem er gleich zu Beginn des Schießwettbewerbs ein sensationelles Ergebnis vorgelegt hatte. Wer seinen Teiler von 3, 4 überbiete, den lade er zu einem Essen in den Landtag ein, verkündete Aller.

Den Veranstaltern war von Anfang an klar, dass niemand diesen Schuss würde überbieten können. Als sie letztendlich recht behielten, lud Aller den Schützen des zweitbesten Teilers ein.

Nachdem die Pokale und Tombolapreise verliehen waren, endete der Tag der offenen Tür in einem gemütlichen Beisammensein - auch ein wichtiger Teil des Vereinslebens wie Karl-Heinz Witt meint: 'Neben dem Schießtraining legen wir großen Wert auf Geselligkeit und pflegen unseren Stammtisch."

 

Aktualisiert:  24.09.2002