01-Vorsitzender Rüdiger Gruhl und Schießsportleiter Guido Ramhorst überreichen Patrick Heine den Gäste-Pokal der Jugend.
Foto: Schaper
|
|
Barsinghausen (as).
Das Schützenhaus von Barsinghausen 01 war am Samstag für
Jedermann geöffnet, der mehr über den Schießsport erfahren
wollte. Die Schützen waren der Meinung, dass ein Tag der
offenen Tür der beste Weg sei, um Vorurteile abzubauen und
Neues kennen zu lernen.
'Die Leute denken häufig, dass wir hier nur ohne Sinn und
Verstand rumballern. Schießen ist aber eine anspruchsvolle
Sportart, die viel Übung erfordert', erklärte Schütze
Karl-Heinz Witt. Die Faszination liege in der Ruhe
und Konzentration, die man aufbringen müsse, um einen guten
Schuss zu machen. Dieser Meinung ist auch Guido Bleidiestel.
Er trainiert jeden Mittwoch im Schützenhaus an der
Ritzenburger Höhe und sieht das Schießen als Konzentrationsübung.
'Man kann es fast mit Schach vergleichen.' Sobald er den
Schießstand betrete, sei der Alltag vergessen und er widme
sich ganz dem Sport.
Konzentration wird jedoch nicht nur aufgebracht, um einen
guten Treffer auf der Zielscheibe zu landen - die
Sicherheitsbestimmungen machen diese schlichtweg erforderlich.
Auf dem Stand müssen genaue Abfolgen und Kommandos eingehalten
werden, damit niemand gefährdet wird.
|
Dazu gehört zum Beispiel
das richtige Ablegen der Waffe und des Magazins. Dass dieses
Verhalten im Schützenhaus oberste Priorität hat, belegt die
Unfallstatistik. Karl-Heinz Witt kann sich nicht erinnern,
dass es jemals einen Unfall gab.
Diese positiven Erfahrungen wollten die Schützen auch ihren
Besuchern vermitteln. Sie informierten ausführlich und mit
sichtlicher Freude über die verschiedenen Waffenarten und
gaben Kostproben ihres Könnens. Unter strenger Anleitung
durften auch Laien zur Waffe greifen.
Schützen hatten dafür ihre Privatwaffen zur Verfügung
gestellt. Es fanden sich auch einige Nostalgieobjekte,
die noch mit Schwarzpulver abgefeuert werden.
Doch im Schützenhaus wird nicht nur zum Spaß geschossen - in den
letzten zwei Wochen fanden Wettbewerbe um den Fritz-Heine-Pokal,
den Marmite-Pokal, den Jochen-von-Plotho-Pokal, den Jubiläumspokal
der Damen und um die Tell-Trophäe statt.
|
Jeder Teilnehmer musste
ein Startgeld von drei Euro bezahlen, die wiederum in Tombolapreise
investiert wurden. An dieser Tombola konnten auch die Besucher am
Sonnabend teilnehmen. Letztendlich gab es jedoch so viele Preise,
dass keiner der Schützen leer ausgehen musste.
Einen besonderen Preis hatte der niedersächsische Finanzminister Heinrich Aller
ausgesetzt, nachdem er gleich zu Beginn des Schießwettbewerbs ein
sensationelles Ergebnis vorgelegt hatte. Wer seinen Teiler von 3, 4 überbiete,
den lade er zu einem Essen in den Landtag ein, verkündete Aller.
Den Veranstaltern war von Anfang an klar, dass niemand diesen Schuss würde überbieten
können. Als sie letztendlich recht behielten, lud Aller den Schützen
des zweitbesten Teilers ein.
Nachdem die Pokale und Tombolapreise verliehen waren, endete der Tag der offenen Tür
in einem gemütlichen Beisammensein - auch ein wichtiger Teil des Vereinslebens wie
Karl-Heinz Witt meint: 'Neben dem Schießtraining legen wir großen Wert auf Geselligkeit
und pflegen unseren Stammtisch."
|
Aktualisiert: 24.09.2002